Am Anfang war es ein großes Chaos – vor allem in meinem Kopf! Meiner Cousine gefiel die Kitatasche für ihre Tochter so sehr, dass sie auch eine wollte – für sich, in groß!

Eigentlich kein Problem, aber irgendwie doch! Zuerst vergrößerte ich den Schnitt in mehreren Schritten, was eigentlich nicht schwer war, doch dann kam die Frage: Was soll die Tasche alles haben? Die Originaltasche hatte ja nix weiter – Corpus, Klappe und Gurt – für Kinder ideal, aber für eine erwachsene Frau, die immer allerlei Krimskrams mit sich herumträgt, reicht das nicht, sonst ist man ja nur am Wühlen und verliert nachher noch etwas – das wollte ich nicht, also überlegte ich mir, was ich alles an Laschen, Taschen, Sortierfächern etc. einbauen kann, ohne den Schnitt zu zerstören und es zu überladen – das dauerte eine Weile, doch dann hatte ich es!

Ich schnitt die Teile zu, bügelte Vliesline auf, wo sie benötigt wurde und sortierte alles fein säuberlich, auf meinem improvisierten Nähtisch.

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Da kam mir die Idee, die einzelnen Schritte zu dokumentieren und so könnt ihr nun verfolgen, wie diese Teile zu einer Tasche werden – und wenn es schiefgeht, dann auch, denn der Schnitt ist selbstgebastelt und unerprobt – quasi ohne Netz und doppelten Boden!

Ja irgendwo musste ich ja anfangen, also entschied ich mich für die schwarzen Teile. Zuerst der Taschendeckel. Ich habe ihn im Umbruch zugeschnitten und eine Hälfte mit Vliesline verstärkt. Die andere Seite sollte die Innenseite der Klappe sein – hier nähte ich einen breiten Streifen flauschiges Klettband fest. Anschließend legte ich die Klappe rechts auf rechts zusammen und nähte unten und eine Seite mit dem Gradstich zu, die obere Seite ließ ich zum Wenden offen. Nach dem Wenden steppte ich den Rand knappkantig ab. (Die obere Seite ließ ich offen, da sie beim Einnähen sowieso verschlossen wird.)

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Als nächstes war eine Außentasche dran. Um sich abzuheben, sollte sie ebenfalls aus dem Tafelfarbenen Stoff sein und später mit Klettverschluss schließbar auf die Tasche rauf genäht werden. Dieses Teil wurde ebenfalls im Stoffbruch zugeschnitten,bekam seinen flauschigen Klett, wurde allerdings ohne Verstärkung rechts auf rechts zusammengenäht, durch eine kleine Öffnung gewendet und die Oberkante knappkantig abgesteppt.

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Die Tasche sollte an der vorderen, äußeren Seite ebenfalls ein Fach erhalten, das geteilt und teilweise von einer kleinen Klappe verschließbar sein würde, der andere Teil würde mit KamSnap schließbar sein. Damit die KamSnaps besser halten und nicht leicht rausreißen, habe ich die kleine Klappe mit Vliesline verstärkt, rechts auf rechts zusammen genäht und nach dem Wenden an 3 Seiten knappkantig abgesteppt.
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Damit waren die dunklen Teile fertig – die Garnspule wurde gewechselt und die roten Teile waren an der Reihe!

Die rote Innentasche und die rote vordere Außentasche, die später unterteilt werden sollte, wurden, wie die Teile zuvor, rechts auf rechts zusammengenäht, durch eine Öffnung gewendet und an der Oberseite knappkantig abgesteppt. An der Innentasche befestigte ich vorher noch den Klettverschluß, damit sie sich später auch schließen lässt.

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Als nächstes habe ich an der vorderen Tasche die 2 langen, groben Klettverstreifen befestigt, da die Tasche hier später schließt.

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Damit war der einfache Part erledigt – nun folgte: Reißverschlußtasche einnähen, die kleinen roten und schwarzen Taschen an ihrem späteren Platz festnähen, Innen- und Außentasche nähen, Taschenklappe befestigen, die Taschen zusammenfügen, Gurte nähen und anbringen…

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part3 (2)
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part3 (3)
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…und fertig! Es war vollbracht! So ein tolles Gefühl – es hat alles gepasst und das Resultat sah so aus, wie ich es mir vorgestellt habe! Hier ein Bild beider Taschen – die kleine Kitatasche und die große Version für Mama!

part3 (13)

Ist sie nicht toll?!